graph of author photo drop

Ein paar Tage hatte es schon gegrummelt, jetzt ist es offiziell: Google hat die Anzeige des Autorenbilds in den Suchergebnissen eingestellt. Einen ersten Hinweis dazu gab es bereits am 25. Juli. Diesmal nicht aus dem Munde von Matt Cutts, sondern im Google+ Account von John Müller.

Zur Begründung hieß es dort, Google bemühe sich um ein einheitlicheres Design auf verschiedenen Endgeräten.

End of authorship photo

In dieser Meldung kündigt Google den Abschied vom Autorenbild an.

Gestern kamen bereits erste Meldungen aus den USA, dass das Update dort bereits ausgerollt wurde – heute ist es auch in Deutschland so weit. Die Jungs von MOZ haben das ganze im MozCast Feature Graph anschaulich visualisiert.

MozCast Graph Autorenbild

Die Einblendung des Autorenbildes ist über Nacht von 20% auf 0% gesunken.

Antwort auf Manipulation?

Schade eigentlich, denn die schicken Autorenbildchen haben die Suchergebnisse nicht nur bunter gemacht, sondern auch die Click-Through-Rate merklich erhöht. (Ja, darüber lässt sich diskutieren, aber ich habe es immer als Wettbewerbsvorteil angesehen.)

Tatsächlich konnte man anhand des Vorhandenseins eines Autorenbildes ziemlich gut abschätzen, wer seine Website optimiert hatte – und wer nicht. Und ich könnte mir vorstellen, dass Google genau diese Manipulierbarkeit ein Dorn im Auge war, weil das Klickverhalten beeinflußt werden konnte.

Es gibt allerdings auch andere Überlegungen zu den Beweggründen der Designänderung. Gerald Steffens von sosseo.de wirft die Theorie in den Ring, die Autorenfotos könnten zu sehr von den gewinnbringenden Adwords abgelenkt haben. Ich tendiere eher zu der Manipulationstheorie, aber denkbar wäre es.

Vorher – Nachher

Zum Vergleich hier nochmal die alte und neue Version gegenübergestellt. (Die farbliche Hervorhebung müsst ihr Euch wegdenken, die stammt noch von einem anderen Artikel.)

Neues Design

Neues Design

Altes Design

Altes Design

Weniger Argumente für Google+?

Die Reaktionen in den einschlägigen SEO-Foren reichen vom „Ende der Welt“ bis zu „Ist mir doch egal“ und tatsächlich geht die Welt davon nicht unter. (Abgesehen von nervösen Kunden, die anrufen und fragen, warum ihr „Bildchen in den Suchanzeigen nicht mehr da ist“).

Eine Frage, die man in der Diskussion jedoch öfter hört, ist jene nach der künftigen Relevanz von Google+. Noch immer tut sich das Netzwerk schwer allgemeine Anerkennung zu finden und bislang war das Autorenfoto wegen der besseren Präsenz in den Suchergebnissen für viele Kunden ein gewichtiges Argument für die Mitgliedschaft bei G+. Ein Argument, das nun wegfällt.

Andererseits gibt es noch immer den klickbaren Autorennamen, der zum eigenen Google+ Profil führt. Das entfernen der Profilbilder heißt also keineswegs, dass Google das Autorenkonzept aufgegeben hätte. Aus dem Bauch heraus bin ich mir ziemlich sicher, dass Authorship auch künftig noch eine große Rolle spielen wird.

Fazit

Wie so oft im Umgang mit Google lautet der weiseste Rat: Deal with it. Google entwickelt sich täglich weiter. Gleichzeitig wird die Suchmaschinenoptimierung (pardon: das Onlinemarketing) ständig komplexer und spannender. Die Autorenbildchen sind tot – lang lebe das nächste große Ding!

Update

Mittlerweile hat das Wordstream Blog einige interessante Zahlen veröffentlicht, die belegen sollen, dass seit der Entfernung der Autorenfotos die Adwords-CTR spürbar (man spricht von 44,8%) gestiegen ist. Ein Schelm, wer böses denkt.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.