Screaming SEO Frog

Gerade ist Version 3.0 des Screaming SEO Frog veröffentlicht worden. Der Frosch gehört ja wahrscheinlich zu den meist genutzten SEO-Tools überhaupt und entsprechend neugierig bin ich, was er alles kann.

Hier findet ihr einen Überblick über die neuen Features.

Baumansicht

Als Alternative zur reinen Listenansicht könnt ihr jetzt zu einer Baumansicht der Website wechseln. Diese neue Verzeichnisansicht ist wesentlich übersichtlicher und macht das Arbeiten mit großen Websites deutlich angenehmer.

Die Baumansicht erinnert an den Windows Explorer

Die Baumansicht erinnert an den Windows Explorer

Unsichere Inhalte anzeigen

Https soll ja irgendwann, vielleicht, möglicherweise Rankingfaktor werden oder schon sein. Mit Version 3.0 liefert der Screaming SEO Frog nun eine neue Funktion um sich Inhalte nach Protokoll (http/https) sortiert anzeigen zu lassen. Das ist zum Beispiel nützlich, wenn ihr eine Website auf https umzieht und einige Inhalte aber noch über das unsichere http-Protokoll aufgerufen werden.

Das neue Protokoll-Tab.

Das neue Protokoll-Tab zeigt Schwachstellen auf.

Manche Browser, wie zum Beispiel der Firefox, zeigen direkt an, wenn Sicherheitsbedenken bestehen. Mit der neuen Funktion könnt ihr die Ursachen solcher Probleme jetzt schnell erkennen.

Firefox Warnung

Firefox warnt vor unsicheren Elementen in einer Website

Natürlich lässt euch der Frosch auch einen eigenen Report dazu erstellen, mit ihr alle problematischen Dateien als Excell-Tabelle exportieren könnt. (Menü: Reports -> Insecure Content)

Erweiterte Sitemap Funktionen

Ein Feature, dass ich eher selten benötigen werde, sind die erweiterten Sitemap Funktionen. Screaming SEO Frog lässt euch in der neuen Version nun XML-SItemaps erstellen, in die man auch Bilddateien einfügen kann.

Gleichzeitg könnt ihr eine Reihe von Einstellungen vornehmen: Etwa Dateien von der Sitemap ausschließen oder Crawl-Prioritäten vergeben.

Da die meisten CMS heute selbständig oder per Plugin dynamisch XML-Dateien erstellen können (auch Image-Sitemaps) fällt mir allerdings gerade kein Einsatzgebiet ein, wo ich noch statische XML-Sitemaps brauchen könnte.

URLs per Copy & Paste einfügen

Wenn ihr den SEO Spider in den List-Mode umstellt, findet ihr nun die zusätzliche Funktion „Paste“. Damit könnt ihr einzelne oder mehrere URLs per Copy & Paste crawlen lassen.

Nicht leicht zu finden: URLs einfügen per Copy & Paste

Nicht leicht zu finden: URLs einfügen per Copy & Paste

Dabei solltet ihr beachten, dass beim Umschalten zwischen den Modi die bisherigen URLs verloren gehen. Ihr solltet also ein laufendens Projekt vorher abspeichern. Außerdem erkennt die Software eine URL nur mit vorangestelltem Protokoll: www.philiseo.de genügt also nicht. Es muss http://philiseo.de heißen.

Verbesserungen der Exportfunktion

Im Tab „Bulk Export“ stehen mit der neuen Version zusätzliche Export-Optionen zur Verfügung, so daß sich nun sämtliche Inlinks exportieren lassen.

Windows Look & Feel

Yo! Zugegeben, der Look des Screaming SEO Spiders hinkt seiner Zeit hinterher. Das haben auch die Entwickler erkannt und ermöglichen nun, die Software im „Windows Look and Feel“ laufen zu lassen. Dafür müsst ihr aber das Programm beenden und neu starten.

Windows Look and Feel

Windows Look and Feel

Auf den ersten Blick ist das eine gute Sache, weil das GUI so deutlich weniger Fremd wirkt. Allerdings zahlt man für das hübsche Klicki-Bunti mit Performance-Einbußen. Bei philiseo.de mit 200 Seiten ist das schon deutlich zu spüren -ich bin gespannt, was passiert, wenn ich damit große Kundendomains mit 10.000+ Seiten crawle.

Ich beobachte das mal und melde mich dann in einem Update.

Dies & Das

Die Liste der kleinen Verbesserungen ist lang. Ich schreibe hier nur mal die für mich interessantesten zusammen:

  • Last-Modified Header
    Im Internal-Tab findet ihr jetzt (ganz hinten) eine Spalte für den Last-Modified Header
  • Anzeige der Antwortzeit
    Ab Version 3.0 findet ihr die Spalte für die Response Time nun auch im Internal-Tab. (Zusätzlich zum Response Codes-Tab). Ist ganz nett, allerdings belastet der Crawlvorgang selbst vor allem schwächere Server spürbar. Ihr messt also unter Umständen nur, wie viel Last ihr gerade selbst erzeugt. Außerdem ist das Ergebnis abhängig von euer eigenen Internetverbindung und damit nur bedingt aussagekräftig.
  • Verbesserungen am Parser
    Der Parser kann nun mit nicht-validem HTML besser umgehen und liefert bessere Ergebnisse.
  • Schnellere Ladezeit
    Die Ladezeit der Crawlfiles soll reduziert worden sein. Im Originaltext steht „much quicker“. Das klingt sehr gut und wird meine Kaffeekonsum künftig verringern.
  • Bessere Usability
    Hier gab es gleich ein paar Veränderungen. Am wichtigsten: Endlich kann man auch im unteren Fensterbereich einzelne Zellen auswählen. Bislang war das immer ein Ärgernis.

Zukunftsversprechen

Neben all den tatsächlichen Verbesserungen weist der Blogeintrag zu Version 3.0 auch auf ein künftiges Feature hin: Künftig soll die Exportfunktion völlig frei editierbar sein. Dann lassen sich auch endlich komplexere Reports erstellen, für die man bisher noch einiges an Excell-Arbeit investieren musste. Mit fehlte zum Beispiel die Möglichkeit, alle Seiten aufzulisten, bei denen sich zwei oder mehrere Direktiven (z.B. canonical und noindex) widersprechen.

Fazit

Mit Version 3.0 hat der Screaming Frog SEO Spider eine Menge nützlicher Features eingeführt. Nicht alles ist gelungen, aber vor allem die Baumansicht und die erweiteretn Exportfunktionen gefallen mir. Mit der Aussicht auf frei zusammenstellbare Reports für eine der kommenden Versionen bin ich dann vorerst wieder wunschlos glücklich!

Herunterladen könnt ihr die Software übrigens kostenlos hier: http://www.screamingfrog.co.uk/seo-spider/#download

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.