Serps zu bild.de

Heißer Herbst in Sachen Leistungsschutzrecht

Nach langen Streitigkeiten wegen des als „Lex Google“ bezeichneten neuen Leisungsschutzrechtes ist es nun endlich soweit: Google zeigt die Zeitungsartikel einiger VG Media Mitglieder künftig nur noch deutlich reduziert an: Ohne Textausschnitte („Snippets”) und ohne Vorschaubilder („Thumbnails”).

Im offiziellen Google Produkt Blog heißt es dazu:

Jeden Monat leiten wir über eine halbe Milliarde Klicks zu deutschen Nachrichtenseiten. Jeder dieser Klicks ist für Verlage Schätzungen des amerikanischen Zeitungsverbandes zufolge zwischen 12 und 16 Cent wert.

Dennoch verlangt die VG Media von Google Lizenzzahlungen für die Anzeige dieser knappen Ausschnitte – und droht gleichzeitig mit einem Kartell-Verfahren, sollte Google die Seiten nicht mehr auflisten.

Google soll also einerseits gezwungen werden, Links zu Zeitungsartikeln prominent darzustellen und gleichzeit dafür zahlen müssen. Ich will hier nicht unparteiisch sein: Für mich klingt das klar nach Erpressung durch die VG Media.

Streit mit VG Media - Google Serps zu Bild.de

Noch zeigt Google Beiträge von Bild.de mit Vorschaubild und Teaser an. Das soll sich demnächst ändern.

Im Google-Blog heißt es weiter:

Vor dem Hintergrund dieser Klage werden wir Snippets und Thumbnails einiger bekannter Webseiten […] nicht mehr anzeigen […]. Für diese Seiten werden wir nur noch den Link zum Artikel sowie dessen Überschrift anzeigen.

Betroffen sind vorerst bild.de, hoerzu.de und bunte.de. Klingt für mich nach einem Schritt in Richtung größere Bildungsoffensive ;)

Damit dreht Google nach monatelangem Stillhalten erstmals selbst an der Eskalationsspirale: Die weniger auffällig dargestellten Artikel werden deutlich geringere Klickraten erzielen – und den betroffenen Webseiten künftig weniger organischen Traffic liefern. Die Verlage ahnen wohl schon, dass ihnen hier finanzielle Einbußen ins Haus stehen.

Reaktion der VG Media

Die VG Media hat umgehend gekontert und wirft Google auf ihrer eigenen Plattform nun ihrerseits Erpressung vor.

Google diskriminiert damit diejenigen Verleger, die ihr Presseleistungsschutzrecht über die VG Media zivilrechtlich durch zusetzen versuchen. Die Inhalte derjenigen Presseverleger, die eine Durchsetzung ihrer Rechte nicht wagen, stellt Google weiterhin dar.

Die nächsten Wochen versprechen also spannend zu werden: Vor allem, wenn Google seine Ankündigung umsetzt und erste Zahlen zur Besucherentwicklung bei Bild & Co. durchsickern.

Eine umfassende juristische Einschätzung zum Thema findet sich auf leistungsschutzrecht.info – und die dürfte den Verlagen nicht gefallen ;)

Frist bis 23. Oktober

Google hat jetzt eine neue Frist genannt, ab der die Suchergebnisse nicht mehr in der bekannten Form angezeigt werden sollen. Stichtag ist der 23. Oktober 2014. In einem Schreiben von Goole heißt es:

„Sollten Sie zu irgendeinem Zeitpunkt die Wiederherstellung der Snippets und Vorschaubilder von Ihren Inhalten in unseren Diensten wünschen, bitten wir Sie, uns ausdrücklich und unzweifelhaft zu bestätigen, dass (i) Sie in die Anzeige von Snippets und Vorschaubildern in unseren Diensten einwilligen, (ii) weder Sie noch eine Treuhänderin von Ihnen eine Vergütung für diese Anzeige verlangen, und (iii) Sie über alle Rechte verfügen, um eine solche Einwilligung wirksam zu erklären.“

Quellen:

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