…und wann nicht.

Im Rahmen aktueller SEO Analysen für meine Shop-Kunden habe ich mich gerade mal wieder ausführlich mit dem Thema Nofollow-Links beschäftigt. Dabei ist mir aufgefallen, dass in vielen Shopsystemen sämtliche ausgehende Links und viele interne Links standardmäßig auf Nofollow gesetzt sind.

Warum das unsinnig ist und wann man Nofollow-Links verwenden sollte, erfahrt ihr hier.

Ein Hinweis vorweg: Dieser Artikel behandelt nur ausgehende Links. Also Links, die ihr von eurer Seite aus zu anderen Webseiten setzt. Das Thema eingehende Links, bzw. Linkprofil ist deutlich komplexer. Einen Eindruck vom Umfang der Bewertung erhaltet ihr in meinem Angebot für Link Audits.

Interne Nofollow-Links

Nofollow-Links sind oft wenig hilfreich.

Nofollow-Links sind oft wenig hilfreich.

In den letzten Wochen habe ich mich durch unzähliche Quellen zum Thema Nofollow-Links gewälzt. Worin sich alle einig sind:

Man soll keine internen Nofollow-Links verwenden. Basta!

Und dabei gibt es eigentlich auch keine Ausnahmen. Wozu auch? Interne Nofollow-Links vernichten PageRank und haben im Gegenzug kaum Nutzen.

Google nennt als einziges Szenario die „Priorisierung des Crawlens„. Damit ist die Einsparung von Crawlbudget gemeint. (Ein Beispiel hierfür sind zum Beispiel Shopsysteme mit multiplen Auswahlmöglichkeiten.) Gleichzeitig relativiert Google das aber auch sofort wieder mit der Anmerkung, dass eine gut ausgearbeitete Informationsarchitektur wesentlich effektiver dabei hilft.

So machen es die Großen

Ich hab mir darauf hin nochmal eine handvoll großer Domains angesehen. Unter anderem die Webseiten von Amazon, Zalando und Youtube. Ergebnis: Kein einziger interner Nofollow-Link.

Merke

Du sollst keine internen NoFollow-Links verwenden!

Externe Nofollow-Links

Anders ist die Situation bei externen Nofollow-Links. Hier kann man durchaus etwas differenzierter argumentieren.

Nach Jahren des Linkgeizes hat sich die Angst vor ausgehenden Links langsam wieder gelegt. Immer mehr Blogs und andere Webseiten setzen wieder echte, stämmige Follow-Links. Und das ist gut so. Denn ausgehende Nofollow-Links sind ein schlechtes Signal – vor allem für die linkgebende Seite.

Warum das so ist, erfahrt ihr hier:

Gründe für externe Nofollow-Links

Google nennt auf den Hilfeseiten für Webmaster zwei Beispiele, in denen man externe Nofollow-Links verwenden sollte:

  • Nicht vertrauenswürdige Inhalte
  • Bezahlte Links

Was sagen externe Nofollow-Links also über die linkgebende Seite aus? Richtig: Hier werden bezahlte oder nicht vertrauenswürdige Links gesetzt. Und diesen Schuh wollt ihr euch nicht anziehen, oder?

Ausnahme 1: User Generated Content

Die erste große Ausnahme ist User Generated Content. Hier hat man in der Regel nicht die Zeit, sich darum zu kümmern, ob die User auf vertrauenswürdige Inhalte verlinken. Hier müsst ihr Eure eigene Website schützen. Daher meine Empfehlung: Alles, was ihr nicht beeinflussen könnt, wird auf Nofollow gesetzt. Dazu gehören Pingbacks, Kommentarlinks, etc.

Hint 1: Wenn ein Kommentator wirklich hilfreich ist, setze ich in einem Textupdate übrigens gerne einen echten Follow-Link zu seiner Seite.

Hint 2: Wenn es sich bei einem Link sichtbar um Spam handelt, braucht ihr auch keine Skrupel haben ihn einfach aus dem Kommentar zu löschen, anstatt ihn zu entwerten.

Ausnahme 2: Werbung

Bei bezahlten Links muss man zwischen „gekauften Links“ und „Werbung“ unterscheiden. Erstes ist unlauter und meist wettbewerbsrechtlich bedenklich, letzteres muss deutlich als Werbung gekennzeichnet sein.

Gekaufte Links sollte es auf Euren Webseiten schlichtweg nicht geben.

Werbung hingegen ist fast schon ein Lob, denn Werbung bedeutet, dass ihr viel Traffic auf Eurer Webseite habt und dieser Traffic für den Werbetreibenden sogar noch relevant ist. Trotzdem müssen beide Linkarten Nofollow sein.

Zusammenfassung

Nofollow-Links sind häufig ein Zeichen minderer Qualität der gesamten Website.

  • Nicht vertrauenswürdige Inhalte = mieses Signal.
    Solche Links setzen wir nicht.
  • Gekaufte Links = mieses Signal
    Solche Links setzen wir nicht.
  • User Generated Content = Riskant
    Mit NoFollow auszeichnen.
  • Werbung
    Mit NoFollow auszeichnen.

Gute Links sind Follow-Links

Was bleibt, sind die guten Links. Also alle Links, die ihr freiwillig und bewusst, direkt aus dem Content eurer Beiträge setzt. Links die ihr setzen wollt, weil sie zu Eurem Thema beitragen und dem Nutzer einen Mehrwert bieten.

Solche Links sollen natürlich immer Follow sein. Denn ihr wollt Google auf keinen Fall das Gefühl geben, dass ihr auf „nicht vertrauenswürdige“ Seiten verlinkt.

Merke:

Eine gute Website setzt keine Links, für die sie sich schämen müsste!

Wenn wir einen externen Link setzen, dann ist der so gut, dass wir  ihn als echte Empfehlung aussprechen.

Außerdem vergebt ihr die wertvolle Gelegenheit, Google zu zeigen, auf was für tolle Seiten ihr verlinkt – und wie relevant diese tollen Seiten wiederum für eure eigene Seite sind.

Fazit

Eigentlich ist es ganz einfach: Gute Links sollten immer Follow-Links sein. Und schlechte Links sollte es auf euren Seiten nicht geben. Oder wie seht ihr das?

6 Kommentare
  1. Bernd sagte:

    Hallo Philipp,

    danke für den super Artikel. Ich bin da grundsätzlich Deiner Meinung.

    Allerdings habe ich auch festgestellt, dass die großen Zeitungen wie Merkur online oder SZ ganz gerne NoFollow Links setzen, auch auf vertrauenswürdige Inhalte.
    Ebenso setzt Wikipedia grundsätzlich externe Links auf NoFollow. Das liegt aber wohl an deren Sonderstellung. Diese Links werden von google offenbar trotzdem höher gewertet.

    Und wie sieht es aus, wenn ich auf eine Seite mit sehr gutem, themenrelevanten Inhalt verlinke, diese Seite aber ziemlich offensichtlich Linkspam?

    Meine letzte Frage bezieht sich eher auf eingehende Links, passt aber auch ganz gut in diesen Artikel:
    Mir ist aufgefallen, dass einige Website Betreiber zum Beispiel 2 identische Links mit exakt den gleichen Ankertexten setzen. Einen auf Follow, den anderen aber auf NoFollow. Hebt das NoFollow den Linkjuice des Follow Links dann auf?

    Viele Grüße

    Bernd

    Antworten
    • Philipp Clarin sagte:

      Hallo Bernd,
      da hast Du recht, je größer die Webseiten, desto sicherer, dass sie nur Nofollow verlinken. Das hat dann mit der Masse an Daten zu tun, die sonst ständig zu prüfen wären. Ich sollte noch hinzufügen (das muss dringend in ein Update), dass man die ausgehenden Links regelmäßig prüfen sollte. Und dass können Webseiten, auf denen 30+ Redakteure täglich 100+ Artikel online stellen natürlich nicht mehr leisten. Wikipedia ist hingegen die Mutter aller Beispiele für User Generated Content.
      Zu Deiner zweiten Frage: Suche Dir die Seiten, auf die Du verlinkst immer sehr gut aus. Wenn die Seiten wirklich den besten Content haben, verlinke einfach darauf. Wen Du eine Seite klasse findest, kannst Du sie auch mit gutem Gewissen per Link empfehlen. Wenn Du skeptisch bist, weil die Rankings über Linkspam pushen, prüfe ob Du nicht besser woanders hinlinken kannst, damit Du Dich nicht versehentlich in „Sippenhaft“ genommen wirst.
      Zur letzten Frage kann ich Dir nix sagen, wobei es hierzu sicher irgendwo einen Test oder eine Aussage von Google gibt. Vor zwei Jahren hätten mich solche sehr technischen Manipulationen noch sehr interessiert, weil sie sich tatsächlich positiv aufs Ranking auswirken konnten, heute denke ich vor allem an Usersignale, Content, Ladezeit, mobile Ausrichtung und welche Fragen ich mit meiner Website beantworten möchte.
      Beste Grüße!

      Antworten
  2. Nicolas Binder sagte:

    Servus Philipp,
    Vielen Dank für Deinen Artikel. Kurz, aber auf den Punkt genau das, was ich wissen wollte und dann noch ein treffendes Fazit. Perfekt! Und das mit einer google Suche nach dem Schema „nofollow setzen ja nein“ Herrlich. :D
    Liebe Grüße,
    Nic

    Antworten

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